SUMP-Zentrale

EA1_1188

Neu und alt, gebraucht und generalüberholt – der Schnittpunkt von öffentlichem Verkehr und Kreislaufwirtschaft

Als Sekretariat von Ungarisches ZIVINET, Mobilisimus, in Zusammenarbeit mit Szegediner Transportunternehmen (SZKT)organisierte eine professionelle Veranstaltung mit dem Titel „Neu und alt, gebraucht und generalüberholt – der Schnittpunkt von öffentlichem Verkehr und Kreislaufwirtschaft“ am 12. Februar 2026 in Szeged, im Rahmen der INTERREG CE4CE-Projekt.

Das Vormittagsprogramm bestand aus Fachvorträgen und Diskussionen, während die Teilnehmer am Nachmittag von der Szeged Transport Company zu einer Besichtigung des Straßenbahndepots in der Pulzstraße eingeladen wurden.

Die Veranstaltung wurde von Vizebürgermeister Sándor Nagy eröffnet. Stadt Szeged Die Stadt war lange Zeit gezwungen, gebrauchte Fahrzeuge zu kaufen und diese nach der Überholung wieder in Betrieb zu nehmen; der öffentliche Nahverkehr hatte jedoch stets Priorität. In diesem Jahr wurden netto 13.4 Millionen Forint für die Aufrechterhaltung des öffentlichen Nahverkehrs bereitgestellt, wovon lediglich 23 Prozent durch Fahrgeldeinnahmen gedeckt sind.

Sándor Nagy betonte, dass nachhaltige Mobilität die kostengünstigste und nachhaltigste Lösung für die Bewohner der Stadt darstelle.

Vizebürgermeister Sándor Nagy

Foto: András Ekés

Einführung in das CE4CE-Projekt

Im Anschluss an die Begrüßungsrede stellte Nikolett Csörgő, eine Kollegin von Mobilissimus, das Interreg CE4CE-Projekt vor und ging dabei auf die Projektstruktur, nützliche Materialien – wie den Circularity Compass und die Knowledge Platform – sowie die breite Verbreitung der Ergebnisse ein.

In der Präsentation wurden auch Pilotprojekte zur Erprobung von Ansätzen der Kreislaufwirtschaft hervorgehoben, darunter Datenanalysen in Leipzig und Bergamo, Systemoptimierung in Gdynia und die Verwendung von Batterien aus zweiter Hand in Maribor.

Nikolett Csörgő, Mobilissimus

Foto: András Ekés/Mobilissimus

Gebrauchtwagen – eine Chance und ein Rettungsanker

Auf dem Gebrauchtfahrzeugmarkt ist alles von Bussen und Straßenbahnen bis hin zu Eisenbahnzügen erhältlich; für einen Transportunternehmer ist es jedoch von entscheidender Bedeutung, sorgfältig zu überlegen, welche Fahrzeugtypen und welche Fahrzeughistorie er erwerben möchte.

András Ekés, Geschäftsführer von Mobilissimus, stellte drei Ansätze vor:

  • „Blindkauf“ – Fahrzeuge, die als Notmaßnahme angeschafft wurden.
  • „Geringe Nachfrage, geringes Risiko“ – bewährte, in Serie gefertigte Fahrzeuge, die von Sekundärbetreibern erworben wurden.
  • „Vorbereitung auf den Langzeiteinsatz“ – kostengünstige Fahrzeuge, die jahrzehntelang im Einsatz sind und manchmal nach einer Überholung oder einem kompletten Wiederaufbau wieder in Betrieb genommen werden.

András Ekés, Mobilissimus

Foto: Ráchel Surányi/Mobilissimus

„Wir sind nicht reich genug, um billig einzukaufen.“

István Polgári, Geschäftsführer von V-Busz Ltd.  (Transportunternehmen aus Veszprém) stellte kurz die Geschichte des Unternehmens vor. Nach der Übernahme der Dienstleistungen von ÉNYKK (Nordwestungarisches Transportzentrum) im Jahr 2019 erwarben sie zunächst verschiedene gebrauchte Fahrzeuge als temporäre Flotte.

Seit 2022 betreibt V-Busz eine neue, standardisierte Dieselflotte (MAN Lion’s City), ergänzt durch Elektrobusse. Eine einheitliche Flotte ermöglicht besser planbare Kosten, einen geringeren Kraftstoffverbrauch und weniger Ersatzteile. Allerdings könnten Konstruktionsmängel die gesamte Flotte betreffen. Der Start eines solchen Programms erforderte erhebliche Investitionen, die von den Entscheidungsträgern in Veszprém unterstützt wurden.

István Polgári, V-Busz

Foto: András Ekés/Mobilissimus

Elektroflotte in Veszprém

Foto: István Polgári

Vergleichende Bewertung der fahrzeugseitigen Kosten im lokalen Busverkehr

Dr. András Lakatos, ein Forscher am Fakultät für Verkehrswesen und Fahrzeugtechnik, Technische und Wirtschaftswissenschaftliche Universität Budapest, präsentierte eine gemeinsame Studie mit Dr. János Tóth über fahrzeugseitige Kosten im lokalen Busverkehr.

Die Präsentation stellte ein umfassendes Modell zur Berechnung der gesamten Betriebskosten über die gesamte Lebensdauer vor, einschließlich Anschaffungs-, Energie-, Kraftstoff-, Wartungs- und sonstiger Kosten, für verschiedene Bustypen und Antriebstechnologien. Die Teilnehmer erlebten das Modell anhand von Fallstudien von Paks und Gödöllő in der Praxis, und Dr. Lakatos hob zudem innovative Möglichkeiten der Energienutzung und -speicherung hervor.

András Lakatos, PhD

Foto: András Ekés/Mobilissimus

Erfahrung im Weiterbetrieb von Gebrauchtfahrzeugen im Bus- und Oberleitungsverkehr

László Szedlmajer und Ákos Horváth teilten ihre Erfahrungen mit Budapest Transport Privately Held Corporation (BKV Ltd.Aufgrund von Beschaffungslücken kaufte BKV im Jahr 2009 gebrauchte Busse (Van Hool) aus dem Ausland, und nach der Gründung von … kamen weitere gebrauchte Fahrzeuge hinzu. Zentrum für Budapester Verkehr (BKK).

Hunderte von Bussen – Mercedes, Volvo, Van Hool sowie Oberleitungsbusse von MAN und Solaris – haben den Fahrzeugbedarf der Hauptstadt vorübergehend gedeckt, obwohl gebrauchte Fahrzeuge nicht mit der Qualität neuer Fahrzeuge mithalten können. In den letzten zehn Jahren kamen auch neue Busse durch Miet- und Verfügbarkeitsprogramme hinzu. Insgesamt sind solche Betriebsformen Notlösungen aufgrund fehlender stabiler Finanzierung, können aber eine praktikable Alternative darstellen, sofern die Vertragsbedingungen angemessen sind.

László Szedlmajer und Ákos Horváth, BKV

Fotos: András Ekés/Mobilissimus

Präsentation der CE4CE-Pilotprojekte in Szeged

Dr. Ádám Zoltán Németh, Leiter des Bereichs Öffentlicher Verkehr und Bahnsicherheit bei SZKT, sprach über die Pilotprojekte in Szeged im Rahmen des CE4CE-Projekts. Er betonte, dass der Kauf gebrauchter Fahrzeuge in Szeged eher durch Notwendigkeit als durch ein Bekenntnis zur Kreislaufwirtschaft motiviert sei.

Als kommunales Unternehmen hat SZKT selten Neufahrzeuge angeschafft, beschafft aber fortlaufend Gebrauchtfahrzeuge. Durch deren Aufbereitung werden diese Fahrzeuge in neuwertigen Zustand versetzt, wodurch ältere, nicht klimatisierte Fahrzeuge mit hohem Einstieg ersetzt und die Servicequalität verbessert wird.

Zoltán Ádám Németh, PhD

Foto: András Ekés/Mobilissimus

Besuch des Straßenbahndepots

Im Anschluss an die Präsentationen besuchten die Teilnehmer das Straßenbahndepot, wo die traditionellen TATRA-Straßenbahnen und die modernen Niederflurstraßenbahnen von PESA, die das Rückgrat des Fuhrparks bilden, ausgestellt wurden. Besonderes Augenmerk lag auf der Instandsetzung und Verbesserung der Türöffnungsmechanismen vor Ort im Rahmen des Projekts CE4CE. Experten erläuterten, dass die Optimierung der Werkskonstruktion und der gezielte Austausch von Teilen die Lebensdauer der Fahrzeuge deutlich verlängern können. Während des Besuchs erfuhren die Teilnehmer außerdem mehr über die Betriebseigenschaften der Tram-Train-Fahrzeuge und deren Auswirkungen auf das Straßenbahnnetz in Szeged.

Fotos: Ráchel Surányi/Mobilissimus

Teilen Sie diesen Beitrag

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind MIT * gekennzeichnet. *