Die Stadtplaner in Danzig können ab sofort das „ Fußgängerzugänglichkeitsmodell “ nutzen – ein Kartierungsinstrument zur Bewertung der Erreichbarkeit von Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs . Das entwickelte Modell ermöglicht eine effektivere Investitionsplanung unter Berücksichtigung des Fußgängerkomforts. Es dient außerdem als wertvolle Informationsquelle für Anwohner, die den kürzesten Weg zur Bushaltestelle, Straßenbahn oder zum Zug suchen.
Das Fußgängerzugänglichkeitsmodell ist das Ergebnis des Einsatzes von GIS-Technologie und bildet die Grundlage für eine spezielle Internetanwendung – „ Karte der Fußgängerzugänglichkeit von Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs in Danzig “ . Je nach Bedarf kann das Modell auch die Fußgängerzugänglichkeit anderer Punkte, Einrichtungen oder Gebiete in der Stadt überprüfen.
Die Arbeiten an der Karte dauerten zwei Jahre und wurden vom Danziger Entwicklungsbüro geleitet. Danzig sucht konsequent nach Lösungen, die die Erfüllung der Aufgaben im Rahmen der Danziger Entwicklungsstrategie unterstützen. Im Vordergrund der Mobilität steht die bequeme und sichere Erreichbarkeit zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Bisher wurden Entfernungen geschätzt, die nicht den tatsächlichen Zustand der fußläufigen Infrastruktur und der vorhandenen räumlichen Barrieren widerspiegelten. Jetzt werden sehr genaue und präzise Daten verwendet.
Dank der GIS-Technologie ist es möglich geworden, die Karte von Danzig mit einem Netz bestehender Fußgängerwege genau abzudecken: Bürgersteige, Treppen, Wege und Durchgänge, die von Anwohnern geschaffen wurden. Jeder Bereich der Stadt wurde überprüft, um sicherzustellen, dass das Netzwerk so nah wie möglich an echten Fußgängerrouten liegt. Planer können nach neuen potenziellen Verbindungen der Fußgänger- und Fahrradinfrastruktur suchen, die in lokale Raumentwicklungspläne aufgenommen werden. Kartenfunktionalitäten werden auch von Planern verwendet, um andere Aspekte der Zugänglichkeit in der Stadt zu untersuchen, zB zu Grünflächen oder Schulen.
Diese Aktivitäten sind auch Teil der Idee der „15-Minuten-Stadt“ . Zu Fuß statt mit dem Auto zur Schule, zum Einkaufen oder zum Arzt zu gehen, bedeutet weniger Lärm und Abgase – und verbessert so die Lebensqualität in der Stadt.
Die „Karte der Fußgängerzugänglichkeit von Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs“ ist ein praktisches Tool für alle Einwohner. Die Webanwendung zeigt übersichtlich die Entfernung zur ausgewählten Bus-, Bahn- oder Straßenbahnhaltestelle sowie deren Taktfrequenz an. Nutzer können prüfen, ob ihr Wohn- oder Arbeitsort innerhalb eines definierten Einzugsbereichs liegt. Zudem lässt sich der Zustand der Fußgängerinfrastruktur in der Umgebung einsehen und nach Haltestellen mit einer bestimmten Taktfrequenz suchen. Über eine speziell entwickelte Benutzeroberfläche können Inhalte gefiltert und in externe Dateien exportiert werden.
Die Karte wird von Planern des Danziger Entwicklungsbüros verwendet, ist aber auch für den Danziger Fußgängerbeauftragten und die Verkehrsbehörde hilfreich. Dank ihr können die kommunalen Einheiten die Fußgänger- und öffentliche Verkehrsinfrastruktur verbessern, um die Lebensqualität der Einwohner von Danzig zu verbessern. Das Pedestrian Accessibility Model und die Anwendung wurden basierend auf öffentlich zugänglichen Vektordaten zu Fußgängerwegen, zB OpenStreetMap, erstellt. Die Codierungsmethodik basiert auf Annahmen, die von den Autoren entwickelt wurden. Informationen über die tägliche Servicefrequenz jeder Haltestelle werden aus offenen Daten gewonnen, die von den Betreibern und Unternehmen des öffentlichen Verkehrs bereitgestellt werden: ZTM Gdansk, SKM und PKM Gdansk.
Das Tool wird alle paar Monate aktualisiert und die Entwicklung neuer Funktionalitäten ist ebenfalls geplant.